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Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen einer Schimmelpilz-Exposition werden in drei Wirkprinzipien unterteilt:
Bis zu 60% der genetisch disponierten Menschen (Atopiker) entwickeln eine Allergie gegen Schimmelpilze. Schimmelpilze bzw. deren Sporen sind hochpotente Allergene bzw. Allergenmischungen. Pilzsporen enthalten bis zu 30 unterschiedliche Allergene. Nach Sensibilisierungen können typische allergische Störungen (z.B. allergische Rhinitis, allergisches Asthma bronchiale, Neurodermitis) sowie diffuse Befindlichkeitsstörungen (z.B. "Chronisches Müdigkeitssyndrom") auftreten. Hierbei sind alle vier Allergietypen möglich, wenn auch die Typen I (IgE-vermittelte Sofortreaktion) und IV (zellvermittelte Spätreaktion) von besonderer Bedeutung zu sein scheinen.
Pilze können Agenzien produzieren, die toxisch bzw. auch irritierend wirken. Die Agenzien werden in zwei Gruppen aufgeteilt:
Inhalation von mycotoxinhaltigen Pilzbestandteilen kann auch bei gesunden Menschen zu unspezifischen Beschwerden führen. So zeigen Trichothecene (von Stachybotrys und Fusarium) eine hohe Toxizität gegenüber Zellen des Immunsystems (alveolären Makrophagen) und schwächen das Immunsystem. Biologische Effekte von Mykotoxinen im Laborversuch:
Wenig bekannt ist über die Auswirkungen bei realen Innenraum-Bedingungen, z.B. wenn mehrere Schimmelpilzarten auftreten. Untersuchungen über synergetische Effekte fehlen noch. Durch Inhalation von organischen, mit Toxinen belastetem Staub können grippeähnliche Symptome beim Menschen hervorgerufen werden (ODTS: Organic Dust Toxic Syndrome). Der belastete Staub ist eine Mischung aus Endotoxinen, Glucanen, Antigenen und Mycotoxinen.
Aufgelistet werden hier im Innenraum häufig nachzuweisende Schimmelpilzarten, die Toxine bilden können:
| Schimmelpilz | Mycotoxin | Gesundheitlicher Effekt |
|---|---|---|
| Acremonium sp. | Cephalosporin | Antibiotikum |
| Aspergillus flavus | Aflatoxin | mutagen, cancerogen, hepatotoxisch |
| Aspergillus fumigatus | Verruculogen, Fumagillin, Gliotoxin | krampferzeugend, cytostatisch und cytotoxisch |
| Aspergillus nidulans | Sterigmatocystin | cancerogen (Leber) |
| Aspergillus versicolor | Sterigmatocystin | cancerogen (Leber) |
| A. ochraceus- Gruppe | Ochratoxin | cytotoxisch, nephrotoxisch, hepatotoxisch |
| Chaetomium | Chaetomin | nephrotoxisch |
| Cladosporium | Epicladosporinsäure | immunsuppressiv |
| Fusarium | Trichothecene | xx |
| Penicillium viridicatum, verrucosum | Ochratoxin | cytotoxisch, nephrotoxisch, hepatotoxisch |
| P. crustosum | Roquefortin C | krampferzeugend, neurotoxisch |
| P. expansum | Patulin, Roquefortin C, Citrinin | cancerogen, neurotoxisch, nephrotoxisch |
| P. griseofulvum | Griseofulvin | tumorfördernd, teratogen, hepatotoxisch |
| Stachybotrys chartarum | Satratoxin | Belastung: entzündungsfördernd |
Gesundheitliche Effekte durch Mykotoxine werden durch eine weite Bandbreite an Konzentrationen erreicht. So sind z. B. die Trichothecene von Fusarium und Stachybotrys wesentlich potenter als die Epicladosporinsäure aus Cladosporium. In der üblichen Messpraxis im Innenraum werden Mycotoxine zur Zeit nicht erfasst.
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Schimmelpilze können gesundheitliche Auswirkungen haben. Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Feuchtigkeit/Schimmelpilzwachstum im Wohnbereich und gesundheitlichen Beschwerden (Atemwegssymptome, Allergien) bei den Bewohnern. Aus diesem Grund sollten zur gesundheitlichen Risikominimierung Schimmelpilze im Innenraum nicht aus Quellen im oder am Haus nachzuweisen sein.